GBPF: Portwein-Feigen-Challenge

In einem Anfall von Haben-Will habe ich Feigen gekauft. Teure Feigen, viele Feigen. Irgendwas sollte ich jetzt auch damit machen. Mein Router hat Husten, da macht eine Internetsuche nicht richtig Spaß. Also ab ans Regal mit den Kochbüchern und – ja, Johann Lafer weiß natürlich Rat: Sherrycreme mit Portweinfeigen. Hört sich gut an und: Wer lesen kann, der kann auch kochen (sagt die Ente). Nur: Wer Lafer-Desserts liest, der muss auch kochen können wollen – und nicht nur mein Router fühlt sich heute schlapp.

Also Blick schweifen lassen, und da! Hab ich etwa ein Buch von Eckhart Witzigmann? Nur mit Desserts? Völlig vergessen. Nein, nicht vergessen, aber offensichtlich nie durchblättert. Soo schwierig sind die Rezepte darin gar nicht zu machen – ganz im Gegensatz zu den Fotos. Und natürlich macht auch er Portweinfeigen, was also liegt näher als ein Challenge auszurufen, einen Award zu vergeben: Germanys Best PortweinFeigen, featuring Johann Lafer und Eckhard Witzigmann.

Wir wollen jetzt mal nicht kleinlich darauf hinweisen, dass beide Österreicher sind, da haben wir schon ganz andere Kaliber integriert. Die Feigen reichen, es kann losgehen. Witzigmann hat eindeutig die Nase vorn, wenn es um den geringen Aufwand geht; genau was ich heute brauche. Außerdem serviert er sie mit Stracciatellaeis und Schokoladenschaum. So was Ähnliches ist von gestern noch übrig, also steht das Küchentagebuch:

  • Bratkartoffeln mit geschnetzeltem Schweinefilet, Champignons und Salat
  • Marmorierte Mousse mit Portweinfeigen (a la Witzigmann)

Startnummer 1: Witzigmann

Für die Portweinfeigen

den Backofen auf 180° vorheizen. 12 kleine Feigen schälen (hab ich durch waschen ersetzt), in eine feuerfeste Form stellen und mit Puderzucker bestäuben. 100 ml Portwein und 100 ml Grand Marnier angießen. Die Feigen 10 bis 12 Minuten auf der mittleren Schiene des Ofens pochieren, aus dem Ofen nehmen und warm halten.

Fazit

Startnummer 1 besticht durch unkomplizierte Anweisungen und eine überschaubare Zutatenliste. Umso wichtiger scheint dann allerdings die Qualität der Zutaten und Beigaben. Wahrscheinlich der Grund, weshalb Kandidat 1 nicht völlig überzeugen konnte und das Rennen vor dem morgigen Auftritt des Rivalen noch nicht entschieden ist.

Obwohl ich trotz ausdrücklicher Erlaubnis des Meisters auf das Stracciatella verzichtet habe, werde ich jetzt wohl noch zum Kühlschrank gehen und die eine übrig gebliebene Feige mit etwas Vanilleeis verdrücken.