Mangoldfröschle

Für die besten Mangoldröllchen dieser Galaxie benötigt man:

  • 4 große oder 8 mittlere Mangoldblätter (Mittelrippen flachschneiden)
  • 1 Ei
  • 1 geh. EL Mehl
  • 50 g Butter
  • 500 g Entenleber
  • 325 ml Schlagsahne
  • 100 g Zwiebeln
  • 100 g durchw. Speck (oder Bacon)
  • 3 Zweige Majoran
  • 50 g Parmesan
  • 3 Eigelb
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • Salz und Pfeffer

Mangoldblätter waschen, 2 Minuten blanchieren, in Eiswasser abkühlen und auf Küchentüchern ausbreiten und trocknen lassen.

Aus Ei, Mehl und 100 ml Wasser einen Teig rühren und in 10 g Butter zwei dünne Pfannkuchen backen.  Auf Küchenkrepp abkühlen lassen.

Entenleber parieren (Fett und Sehnen abschneiden).

250 g Leber mit 125 ml Sahne pürieren. Restliche Leber in 20 g Butter 2 Minuten braten, aus der Pfanne nehmen, abkühlen lassen und fein würfeln.

Zwiebeln (feingehackt) und Speck (feingewürfelt) im Leberbratfett andünsten. Leberwürfel zugeben und 3-4 Minuten braten. Pfanne vom Herd nehmen. Erst das Leberpüree, dann die feingewürfelten Pfannkuchen und die gehackten Majoranblättchen untermischen. Farce salzen und 30 Minuten kalt stellen.

Leberfarce auf die Mangoldblätter geben, mit Parmesan bestreuen. Zuerst die oberen Blattenden, dann die Seiten über die Farce klappen und zu Rouladen aufrollen.

20 g Butter erhitzen und die Rouladen auf jeder Seite jeweils 10 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten. Anschließend aus der Pfanne nehmen und auf vorgewärmten Tellern anrichten.

Eigelb, restliche Sahne und Zitronensaft verrühren und damit den Bratensatz vorsichtig lösen. Salzen und Pfeffern und über die Fröschle gießen.

So, jetzt weiß es das Internet (also alle) und das Rezept geht nie mehr verloren.

Abschluss

Zum Abschluss dachte ich, ich mache mal eine RIP-Liste: Rezept-Links zu Blogs, die leider von uns gegangen (oder temporär wenig aktiv) sind. Das erscheint mir ein angemessener Abgang.

Und weil der Satz “they never come back” auch für Boxer nicht immer gilt:

  • Gebratenes Gemüse thailändische Art (Houdini’s ≈am 3.11.2013)
  • Terassen-Bistro (Man kann’s essen ≈am 23.9.2013 – der Link funktioniert leider nicht, aber ansonsten hat die Reinkarnation wohl geklappt)

Ciao.

Gedächtnis

Mich hat es sehr gefreut, dass nach Pest und Cholera jetzt auch das Thema Kindesmisshandlung endlich vom Tisch ist: es gibt nämlich jetzt eine Bachblütentherapie, die mir mit 39€ für 50ml auch nicht unerschwinglich scheint. Ich bin nicht der ganz große Experte in diesen Dingen, aber ich meine mich zu erinnern, dass das Zeug ja am besten wirkt, wenn man es hundert Millionen Mal verdünnt (und schüttelt).

Wenn ich so etwas lese, gehe ich immer in den Keller, ich weiß auch nicht warum. Im Keller steht auch der Tiefkühler. Und dort musste ich mit Entsetzen feststellen, dass im Fach “Kalbsfond (dunkel)” gerade mal noch ein klitzekleines Beutelchen mit braunem Inhalt liegt.

Das ist etwa so wie wenn ein Raucher um Mitternacht merkt, dass ihm die Zigaretten ausgehen. Noch schlimmer. Während vielleicht noch eine Tankstelle in der Nähe ist oder ein Nachtkiosk geöffnet hat, muss ich Kalb – zumal Knochen, Füße und Keule – beim Metzger vorbestellen. Tiefe Verzweiflung.

Als überzeugter Anhänger der Homöopathie war ich um eine Lösung allerdings nicht verlegen. Wenn schon das Wasser ein Gedächtnis hat, um wie viel mehr muss das bei einer Sauce der Fall sein, die doch viel mehr erlebt und schon so manche Metamorphose hinter sich hat.

Also habe ich ganz vorsichtig 3 Tropfen der kostbaren Flüssigkeit aufgetaut und in einem halben Liter Fleischbrühe aufgelöst, was mir als Dosis fast zu hoch erschien, aber der Zweifler in mir denkt halt immer noch “viel hilft viel”.

Was soll ich sagen, das Ergebnis war nicht sehr überzeugend. Vielleicht habe ich im falschen Rhythmus geschüttelt, vielleicht war die Dosis zu hoch, vielleicht habe ich beim Schütteln die falsche Musik gehört oder schlechte Gedanken gehabt – es gibt viele Möglichkeiten. Während der Metzger für mich Knochen sammelt, werde ich dranbleiben – und natürlich berichten, wenn sich die ideale Verdünnung und das geeignetste Procedere herausgestellt haben.

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Quellen

 Regionale Esskultur Lüneburger Heide